Montag, 12. Mai 2014

2014.02.10-21 Tasmanien (Teil 4)

Am nächsten Morgen nach dem sprichwörtlich "ins Wasser gefallenen" Abendessen, war dann alles wieder auf dem aufsteigenden Ast.
Die Temperaturen stiegen und die Sonne konnte auch wieder ein paar Wolken verscheuchen.
Nach einem recht frühen Frühstück, sah ich dann im Hellen ein Schild, auf dem Stand, dass der Campingplatz aufgrund eines Buschfeuers nur seit ein paar Tagen wieder benutzbar war und sogar zwischenzeitlich evakuiert werden musste. Da haben wir ja nochmal Glück gehabt...

Selbst nach dem heftigen Regen noch ein paar Rauchwolken in der Ferne

Und das Ganze etwas näher und nach unserer Abreise von der Straße aus fotografiert


Das große Ziel für diesen Tag war es in Hobart anzukommen.
Natürlich wurden aber auf dem Weg mal wieder etliche Stopps eingelegt.
Der erste war dann an den Nelson Falls.



Auf dem Weg zurück zum Cradle-Mountain-Lake-St-Clair-Nationalpark.
Dieses Mal allerdings zum Lake St. Clair am südlichen Ende^^
Hier muss man übrigens auf Kängurus aufpassen, die das Auto anheben :-D :-D


Am Lake St.Clair wurde dann mal wieder etwas gewandert

Die Ruine einer alten Pumpstation, die bei einem Sturm vom Festland abgetrieben wurde und hier wieder angespült wurde

Ein paar Meter daneben :-)



Nachdem hier soweit es die Zeit zuließ alles gesehen war, ging es weiter in den Mt. Field Nationalpark, wo wir uns mal wieder auf einer Wanderung die Russel, Horseshoe und Lady Barron Falls anschauten.

Auf dem Weg





Russel Falls



Horseshoe Falls

Lady Barron Falls


Von hier aus ging es dann endlich weiter nach Hobart.
Es war eine ganz schön lange und weite Fahrt und dass es Nacht war, machte die Sache nicht gerade einfacher. Aber mit einer leckeren Pizza auf der Fahrt, war es dann am Ende doch nicht so wild^^

Auf dem Weg nach Hobart

Leider rannte uns langsam schon die Zeit davon, da wir insgesamt nur 10 Tage in Tassie bleiben konnten und somit beschlossen wir kurzerhand Hobart quasi keine zu große Aufmerksamkeit zu schenken, da es ja doch vermutlich nur eine Großstadt wie jede andere ist.
Ein bisschen schade ist es schon, aber wenn man nur begrenzte Zeit hat, muss man halt Abstriche machen.
Wie dem auch sei, haben wir es uns aber nicht nehmen lassen, wenigstens die Aussicht auf Hobart vom Mt. Wellington zu genießen^^

Früher Morgen in Hobart :-)

Interessantes Design

Hobart vom Mt. Wellington

Nachdem es doch wieder recht spät geworden war, brachen wir nach Mt. Wellington dann nach Port Arthur auf, wo wir auch noch in der selben Nacht eintrafen.
Port Arthur ist eine der ersten Siedlungen Australiens und wurde gegründet, als Tasmanien noch Van Diemen's Land hieß.
Auch wenn Port Arthur ein extrem geschichtsträchtiger Ort ist, ist seine Berühmtheit doch eher seiner dunklen Vergangenheit als Sträflingskolonie geschuldet.
Mit der Hauptinsel nur durch eine schmale Landbrücke, genannt Eaglehawk Neck, verbunden, machte seine besondere Lage im Südosten Tasmaniens es zu einer perfekt abzusichernden Landfestung.
Es ist nie jemand von hier entkommen und es gab auch nicht wirklich viele Versuche.
Einer ist aber durchaus erwähnenswert. Eines Nachts machte sich ein Gefangener nach langer Vorbereitung auf den Weg und versuchte zu flüchten. Als er dann allerdings am Eaglehawk Neck ankam, wurde die aussichtslose Lage schnell offensichtlich, da Soldaten die schmale Landbrücke eisern überwachten.
In seinem absoluten Willen zu entkommen, tötete der Gefangene ein Känguru, weidete es aus und schlüpfte hinein um es als Verkleidung zu benutzen. Dumm nur, dass die Soldaten gerade Hunger hatten und ein Känguru schießen wollten. Nachdem ein paar Schüsse glücklicherweise daneben gingen, ergab sich der Gefangene und warf sein Kängurukostüm zur Seite.
Die Soldaten müssen echt nicht schlecht gestaunt haben^^
Wie dem auch sei, war Port Arthur ein extrem schrecklicher Ort. Verstoß man gegen die Regeln, wie z.B. der flüchtige Gefangene, bekam man zur Strafe z.B. 100 Peitschenhiebe mit einer mehrschwänzigen Peitsche.
Viele der Verurteilten wurden jedoch, bevor die Bestrafung zuende war, ohnmächtig. Das war dann aber noch nicht das Ende der Geschichte. Man warf die Bewusstlosen einfach in ein Bad mit Meerwasser, welches so schrecklich in den Wunden brannte, dass die Betroffenen sofort wieder bei Bewusstsein waren. Dies wurde so lange wiederholt, bis entweder die 100 Hiebe vollzogen waren, oder ein anwesender Arzt bestimmte, dass es vorerst genug sei. 'Vorerst' ist hier mit Absicht gewählt, da die Verurteilten nicht etwa die fehlenden Hiebe erlassen bekamen, nein, sie wurden in Meerwasser gesund gepflegt und danach ging es nahtlos weiter.
Noch zu erwähnen ist, dass viele der Verurteilten nur wegen Kleinigkeiten aus Großbritannien in die neu gegründete Sträflingskolonie am anderen Ende der Welt verschifft wurden.
Einige wurden z.B. nur wegen des Stehlen eines Laib Brotes deportiert. Normalerweise würde hierfür nur eine gewisse Zeit an Gefängnisstrafe fällig, aber für die meisten bedeutete die Deportierung auf den neuentdeckten Kontinent lebenslänglich, da sich niemand die Rückreise leisten konnte.
Sogar 9 jährige Kinder wurden wegen des Stehlen eines Paar Schuhe deportiert.
Heutzutage schwer vorstellbar, aber früher Gang und Gebe.
Auf jeden Fall hatte Port Arthur sein ganz eigenes, dunkles Flair.

Was noch zu erwähnen wäre, ist, dass hier ein verrückter Terrorist im April 1996 in einem Cafe und auf seiner folgenden Flucht 35 Menschen erschoss und 23 verletzte.
Dies ist eines der schrecklichsten, durch eine einzelne Person ausgelösten, Massaker der Welt und definitiv das opferreichste in der englischsprachigen Welt.
Nun sollte man ja meinen, dass an dieses furchtbare Ereignis hier an jeder Ecke mit einem Monument gedacht wird. Dem ist aber nicht so. Nur ein einzelnes, kleines Schild, welches versteckt hinter einer Tür hängt, erinnert an das Geschehene.
Alle Touristenführer warnen auch ausdrücklich davor, Gespräche über dieses Thema anzufangen.
Diese Art der Vergangenheitsbewältigung ist natürlich sehr skurril und eigenwillig, aber da es der Wille der Tasmanier ist, es einfach zu verdrängen und zu vergessen, sollte man dies auch versuchen zu respektieren.

Wie dem auch sei, wir haben hier eine super gute Führung mit einem echt enthusiastischen und netten Führer mitgemacht, aber ich fand, dass das Ganze etwas nach Touriabzocke roch. Das kleinste Eintrittspaket war um die $35. So ein geschichtsträchtiger Ort sollte meiner Ansicht nach für jeden frei zugänglich sein, aber naja, es war die Sache trotzdem wert.







Isle of the Dead
Hier wurden während den Jahren Port Arthur's als Sträflingskolonie hunderte Tote begraben
Leider war das Besichtigen totale Abzocke, also nur folgendes Bild

Ein kleiner Insasse^^





Nach Port Arthur fuhren wir dann am selben Tag noch zur Tasman Arch, der Devil's Kitchen und einigen anderen Kleinigkeiten, die man auf der Wanderung noch so sah^^

Tasman Arch

Wieder mal ein Echidna^^




Pirate's Bay

Ein Blowhole
Leider wieder einmal ohne Blow...



Nach einem weiteren Besuch bei Domino's, wurde dann etwas auf dem Roof Rack verstaut... :-D

Bei näherem Betrachten sieht man dann auch was, lol
Hatte keinen weiteren Sinn, aber naja :-D :-D


Von Port Arthur aus ging es dann noch am selben Tag weiter in den Freycinet Nationalpark, wo wir über einen nur für 4WDs zu passierenden Track auf einen schön gelegenen, kostenlosen Campingplatz kamen.
4WD-Tracks bei Nacht sind irgendwie nochmal um einiges lustiger und anspruchsvoller, als bei Tag :-D :-D

Dienstag, 6. Mai 2014

2014.02.10-21 Tasmanien (Teil 3)

Nach dem großen Abenteuer den Cradle Mountain bestiegen zu haben, ging es am nächsten Tag nahtlos und nervenaufreibend weiter mit den Abenteuern.
Und zwar wollten wir die Montezuma Falls besuchen.
Jedoch nicht wie jeder normale Mensch über den 1,5 Stunden langen Wanderweg, sondern über einen 14km langen 4WD-Track, der für eine Strecke ungefähr 4 Stunden in Anspruch nimmt.
Dieser wurde uns von einem Mitarbeiter in einem Visitor Information Center empfohlen und auch ein Buch namens The 100 Best 4WD-Tracks in Australia" empfahl diesen.
Soviel gutem Ratschlag konnten wir natürlich auch unter extremer Anstrengung nur sehr schwer widerstehen und somit landeten wir gegen 10:30 hier:



Noch war uns nicht ganz klar, auf was wir uns hier einlassen, aber "Medium Grade" und 1h klingt ja mal nicht zu schwierig. Allerdings wurden wir ja schon vorgewarnt, dass man eher 4h braucht.
Der Track fing erst einmal recht easy an, aber wurde dann Stück für Stück immer anspruchsvoller.
Zwischendurch dachten wir echt, dass wir es besser lassen und umkehren, aber gemeinsam haben wir es dann bis zum Ende geschafft^^

Noch recht einfach^^

Schon etwas anspruchsvoller.
Leider kommt auf den Fotos nie rüber, wie es wirklich war, aber wir sind manchmal schon ans Ende des ohne Hilfsmittel machbaren geraten und haben auch das ein oder andere Mal aufgesetzt.

Aus folgender Perspektive sieht das Ganze dann aber schon wieder anders aus^^

Weiter geht's






Tiefe und Spur überprüfen und planen^^



Diese Stelle hier war dann besonders nervenaufreibend, da ich den ersten Abhang einfach heruntergefahren bin und dann gesehen habe, dass es nur umso steiler wieder hoch ging.
Ich dachte, wenn ich da nicht hochkomme, muss ich rückwärts wieder den Berg hoch, was sicher super fies wird.
In dem Moment kamen aber schon Christin und Steffen hinterher und somit blieb eh nur noch ein Weg^^
Die ersten zwei Versuche sind auch peinlicherweise fehlgeschlagen, aber das ist immerhin der erste richtig anspruchsvolle 4WD-Track unseres Lebens gewesen :-P
Mit der richtigen Technik kamen wir dann aber beide ohne weitere Probleme hoch^^


Die nächste Schikane ließ natürlich nicht lange auf sich warten und war quasi genau dasselbe Setup wie das aus dem Video oben, nur etwas anders.
Hier musste folgende Abfahrt wirklich auf den Millimeter geplant werden, da es links neben dem Stein mal eben 20m steil bergab ging :-D

Etwas Schräglage^^


Mitten auf dem Weg rief Isi plötzlich "Stop". Ich dachte erst "was ist denn jetzt los?", aber sie hatte eine versteckte, alte Mine entdeckt.


Wie sich einige hier denken können, kann ich ja schlecht einfach an diesen vorbeigehen, ohne mich waghalsig in die Untergrunderkundung zu stürzen und so ging es dann mit Taschenlampen hinein.
Dass manche Höhlen- und Mineneingänge spinnenverseucht sind, ist ja nichts neues, aber was dann plötzlich hier in Tasmanien an den Wänden Kokons gesponnen hatte, war einfach nur verstörend.

Diese Viecher waren etwa faustgroß und zu Tode erschrocken rannten wir wieder hinaus :-D :-D
Nach etwa 5 Minuten Meditationspause beschloss ich allerdings noch einmal hineinzugehen um zu sehen, was sich hinter der nächsten Kurve befand.
Leider hatte ich umzingelt von all diesen Spinnen nicht die Nerven Fotos zu machen, aber viel zu sehen gab es eh nicht, da der Stollen leider nach etwa 50m gesprengt wurde.
Aber wie die Menschheit so ist, lag am Ende ein Haufen Müll.
Jemand hatte wohl hier eine seltsame Höhlenparty gefeiert - mit Spinnenbesuch.
Sehr seltsam :-D

Naja, nach etwa einer weiteren Stunde fahrt waren wir dann endlich am Ende angekommen :-)

Von hier waren es dann nur noch 200m Fußmarsch bis zu den Montezuma Falls.
Um dorthin zu kommen, musste man über eine massive Hängebrücke, die sicher einigen Personen die das hier lesen, Angst machen würde^^





Die Montezuma Falls





Ganz schön eng zum Wenden hier... :-D

... aber passt schon :-)

Auf dem Rückweg kamen wir dann noch hier vorbei.
Wir überlegten sehr lange, ob wir den Ring River Track wagen sollten und folgten ihm sogar etwas über 1km zu Fuß um die Lage zu überprüfen.
'Extreme' traf es dort wirklich. Die Schlaglöcher hier waren teilweise knietief und die Piste war einfach mal komplett ausgewaschen.
Es erschien aber trotzdem machbar und Steffen und mir juckte es wie beim Cradle Mountain gewaltig in den Bleifüßen :-D
Allerdings war der Tag schon sehr weit fortgeschritten und zu allem Überfluss war noch Regen angekündigt und somit stimmten wir letzten Endes der Sicherheit zuliebe gegen den Ring River Track.
Es war wirklich sehr schade, da die Youtube-Videos eine Menge Spaß versprachen, aber als wir wieder auf dem Highway waren, fing es richtig hart an zu regnen und das hätte mit Sicherheit fatal auf diesem Track geendet. Es war also die richtige Entscheidung^^

Nach dem super Abenteuer hier fuhren wir noch ein paar Kilometer zu einem schönen, kostenloses Campingplatz. Leider regnete es in Strömen und somit konnten wir nicht einmal mehr zu Abend essen...
Zu allem Überfluss hatten Isi und ich dann noch ein schönes Leck im Fenstergummi durch dass es stundenlang aufs Bett geregnet hatte.
War jetzt nicht so angenehm darin zu schlafen, aber was soll man machen, wenn man im Auto lebt? :-D